IT-Sicherheit
„Unsere Kontoverbindung hat sich geändert“: So erkennst du Rechnungsbetrug per Mail
Erst kommt die echte Rechnung, dann die Mail mit der neuen IBAN. So funktioniert Rechnungsbetrug per Mail, warum KI das Erkennen schwieriger macht und wie du dich schützt, mit einem Fall aus unserem Alltag.
Eine Gemeinde bezahlt die Rechnung für einen großen Auftrag, alles wirkt korrekt, und trotzdem landet das Geld bei Kriminellen. Über genau so einen Fall hat die tagesschau gerade berichtet. Kommunen reagieren darauf mit neuen Sicherheitskonzepten und mehr Schulung für ihre Mitarbeitenden.
Das Thema betrifft aber nicht nur Rathäuser. Es betrifft jeden, der Rechnungen per Mail verschickt oder bezahlt. Also auch dein Unternehmen, deine Praxis oder deine Kanzlei. Deshalb hier einmal, wie die Masche funktioniert und wie du dich davor schützt.
So läuft die Masche
Im Kern ist es immer dasselbe: Angreifer bringen dich dazu, Geld auf ihr Konto statt auf das deines Geschäftspartners zu überweisen. Dafür gibt es zwei typische Wege:
- Ein echtes Postfach wird übernommen. Die Täter lesen mit, fangen eine echte Rechnung ab und tauschen nur die Bankverbindung aus. Logo, Rechnungsnummer und Betrag stimmen.
- Ein Absender wird vorgetäuscht. Die Mail sieht aus, als käme sie von deinem Lieferanten, kommt aber von einer leicht abgewandelten Adresse oder einem fremden Server.
Besonders beliebt ist die nachgereichte Mail. Die Rechnung selbst ist echt, kurz danach kommt hinterher: „Hey, übrigens hat sich unsere Kontoverbindung geändert, bitte nutzt ab sofort diese IBAN.“ Klingt harmlos, ist aber einer der häufigsten Tricks überhaupt.
Aus unserem Alltag: Das passiert nicht nur den anderen
Wir hatten genau so einen Fall bereits bei einem unserer Kunden. In seinem Namen wurden Mails an einen seiner Kunden verschickt. Der Rechnungsempfänger ist zum Glück sofort stutzig geworden und hat sich gemeldet.
Durch die Security-Systeme, die wir im Einsatz hatten, konnten wir den Angriff abwehren, bevor ein Schaden entstanden ist. Erledigt war die Sache damit trotzdem nicht: Wir mussten den Vorfall offiziell melden, und das kostet Zeit und Nerven.
Was wir daraus mitnehmen: Zwei Dinge haben hier zusammen gewirkt. Ein aufmerksamer Mensch auf der Empfängerseite und die richtige Technik im Hintergrund. Auf eins von beiden allein würden wir uns nicht verlassen.
Denn selbst die besten Sicherheitssysteme bieten keinen hundertprozentigen Schutz. Die letzte Hürde zwischen einem Angriff und einem echten Schaden ist am Ende immer der Mensch. Deshalb gehören regelmäßige Schulungen für dein Team genauso dazu wie die richtige Technik.
Warum KI das Erkennen so viel schwieriger macht
Früher konnte man Betrugsmails oft an holprigem Deutsch, falschen Anreden oder seltsamen Formulierungen erkennen. Darauf kannst du dich nicht mehr verlassen.
Mit KI schreiben Angreifer heute fehlerfreie Mails, die genau den Ton des echten Absenders treffen. Sie greifen Vornamen, laufende Projekte und den bisherigen Mailverlauf auf, wenn sie Zugriff auf ein Postfach haben. Und das in Masse, denn KI senkt den Aufwand für solche Angriffe deutlich, darauf weist auch das BSI hin.
Das heißt für dich: Eine Mail kann absolut echt aussehen und trotzdem gefälscht sein. Der Inhalt allein ist kein Beweis mehr.
So schützt du dich
Die gute Nachricht: Ein paar einfache Regeln helfen schon enorm.
- Absender genau prüfen. Nicht nur den angezeigten Namen, sondern die tatsächliche Mailadresse. Ein vertauschter Buchstabe oder eine andere Domain reicht.
- Geänderte Kontoverbindungen nie nur per Mail akzeptieren. Kurz anrufen, und zwar unter der Nummer, die du schon kennst. Nicht unter der aus der Mail.
- Bei Zeitdruck erst recht nachfragen. „Bitte heute noch überweisen“ ist ein klassisches Warnsignal.
- Auf ungewöhnliche Konten achten. Ein Lieferant aus Deutschland, der plötzlich auf ein ausländisches Konto zahlen lassen will, sollte dich stutzig machen.
- Vertretungen mitdenken. Wer in der Buchhaltung einspringt, sollte die Regeln genauso kennen.
- Mehrfaktor-Anmeldung (MFA) für alle Postfächer. Das macht es Angreifern deutlich schwerer, ein Postfach zu übernehmen.
Und wenn es doch passiert ist: Sofort deine Bank informieren, damit sie die Überweisung eventuell noch zurückholen kann, und Anzeige erstatten. Je schneller, desto besser.
Filter und Training aus einer Hand: Hornetsecurity
Aufmerksame Mitarbeitende sind wichtig, aber Menschen haben auch mal einen stressigen Tag. Deshalb setzen wir bei unseren Kunden auf „Hornetsecurity“, und zwar an zwei Stellen: vor dem Postfach und bei deinem Team. Als Hornetsecurity-Partner richten wir beides für dich ein und betreuen es auch.
Der Filter vor dem Postfach:
- Phishing und gefälschte Absender werden erkannt und landen gar nicht erst in deinem Posteingang.
- Schadsoftware in Anhängen und Links wird geprüft, bevor jemand draufklickt.
- Dein Unternehmen wird nicht so leicht zum Absender wider Willen. Genau das, was bei unserem Kunden passiert ist.
Das Training für dein Team mit dem Security Awareness Service:
- Phishing-Simulationen: Dein Team bekommt regelmäßig Test-Mails, die echten Angriffen nachempfunden sind. Wer darauf hereinfällt, erfährt es sofort und lernt daraus, ohne dass etwas passiert.
- Automatische E-Trainings: Kurze Lerneinheiten werden automatisch dort ausgespielt, wo Bedarf ist. Wer Betrugsmails zuverlässig erkennt, wird nicht mit unnötigen Schulungen belastet.
- Der Schwierigkeitsgrad wächst mit: Je besser jemand wird, desto raffinierter werden die Test-Mails.
- Fortschritt, den du sehen kannst: Über einen Sicherheitsindex siehst du, wie sich das Bewusstsein im Team entwickelt.
So wird genau die letzte Hürde, der Mensch, regelmäßig trainiert, ohne dass du dich um Schulungstermine kümmern musst. Mehr dazu findest du unter Hornetsecurity.
Lass uns einmal drüberschauen
Du willst wissen, wie gut deine Postfächer und dein Team aktuell aufgestellt sind? Dann lass uns einfach mal kurz drüber sprechen. Melde dich direkt über Kontakt.